Generelles
Mit ca. 37. 000 Neuerkrankungen bei Männern und ca. 36. 000 bei Frauen ist das Dickdarmkarzinom die zweithäufigste Krebsart in Deutschland mit 30.000 Dickdarmkarzinom-bedingten Todesfällen pro Jahr. In den Industrieländern hat die Anzahl der Darmkrebsneuerkrankungen in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen. Mit einer jährlichen Anzahl von Neuerkrankungen (Inzidenz) in Höhe von 30–35 pro 100.000 Einwohner ist der Darmkrebs eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen in Mitteleuropa und ist für etwa 15 % aller Krebstodesfälle verantwortlich. Die weltweite Inzidenz wird auf eine Million Neuerkrankungen pro Jahr geschätzt. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen, dies betrifft vor allem Rektumkarzinome (Geschlechtsverhältnis 60:40).
Radiologische Untersuchung
Inzwischen weniger gebräuchliche Untersuchungsmethoden sind die Rekto- oder Sigmoidoskopie, die Untersuchung des Enddarms mit einem starren oder flexiblen beziehungsweise die Untersuchung des End- und Grimmdarms mit einem flexiblen Endoskop, sowie der inzwischen durch die Computertomographie weitgehend verdrängte Kolonkontrasteinlauf. Zur Darmspiegelung gibt es keine Alternative. Denn: Auch wenn Tumormarker und Hämokkulttest negativ sind, können sich bereits Tumoren mit vereinzelten bösartigen Zellen in der Darmwand befinden. Eine virtuelle Darmspiegelung erspart die übliche Narkose im Zusammenhang mit herkömmlichen Darmspiegelungen. Sie vermeidet die Risiken eines invasiven Eingriffs und liefert ebenbürtige Ergebnisse, die in dem Bereich heute erzielbar sind. Sie auf einer Spiral-Computertomographie basierte Colonographie ersetzt als nicht-invasive Methode die Koloskopie.
Die virtuelle Darmspiegelung ist sinnvoll für alle,
- die das 55ste Lebensjahr überschritten haben und berechtigt sind, im Rahmen des Dickdarm-Screenings eine Darmspiegelung in Anspruch zu nehmen.
- bei denen eine herkömmliche Darmspiegelung indiziert ist. Wer sich für eine CT gestützte virtuelle statt für eine konventionelle Darmspiegelung entscheidet, wählt die komfortable und risikofreie Variante mit vergleichbarer diagnostischer Sicherheit.
- die Blut im Stuhl entdecken (Arzt aufsuchen!) oder bei denen ein Hämokkulttest positiv ist.
- ab 40 Jahren, in deren Familien Darmkrebs vorkommt.
Weitere Infos:
Ca. 15% aller konventionellen Darmspiegelungen sind unvollständig, weil der Blinddarm nicht erreicht wird. Unsere virtuelle Darmspiegelung bildet den Dickdarm bis zur Bauhinschen Klappe (Verbindungsstelle zwischen Dick- und Dünndarm) mit gestochen scharfer Darstellung ab.
Die CT gestützte Diagnostik liefert absolut präzise Darstellungen der Darmwand und Schleimhaut, die es erlauben, therapiebedürftige Befunde bereits im frühesten Anfangsstadium zu identifizieren, bevor sie entarten.
Die virtuelle Darmspiegelung stellt keine isolierte Betrachtung des Darmabschnitts dar, sondern eine komplette Untersuchung des Bauchraumes. Das ermöglicht eine umfassende Beurteilung, sämtlicher Bauchorgane, immerhin werden in 17% aller Fälle relevante Krankheiten erfasst.

